Betreiberkonzept für Traditionssegler

Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen suchen immer häufiger ein sinnvolles Betätigungsfeld zum Ausgleich täglicher Routine und zur persönlichen Erfahrung und Entwicklung in Ihrer Freizeit.
Ein Traditionssegler stellt zu diesem Zweck ein willkommenes Medium dar.
Der Erlebnisraum Segelschiff bietet sich als positiver Gegenpol zum sog. normalen Leben mit seinen häufig einschränkenden Faktoren an.
Das Besondere an Bord ist, dass jeder Mitsegler ein Stück Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für die anderen und das Schiff übernehmen muss. Dies wird besonders bei der Arbeit an Deck und im Segelbetrieb deutlich. Gegenseitiges Vertrauen und gemeinsames entschlossenes, umsichtiges Handeln ist auf einem Traditionssegler gefordert. Denn ein Segelschiff setzt sich nur dann in Bewegung, wenn alle mitmachen und tatkräftig mit anfassen. Nur in der Gemeinschaft gibt es ein Vorwärtskommen unter Segeln auf einem Traditionssegler.

Der Zweck des Betreibens eines Traditionsseglers ist die Förderung: des Miteinanders von Jugendlichen und Erwachsenen auf Traditions-Segelschiffen, der Seemannschaft auf Traditions-Segelschiffen und der Begegnung der Generationen an Bord.
Der Bordbetrieb ermöglicht die Übernahme von Verantwortung für Mensch, Schiff und maritime Umwelt.

Die Herausforderung an den Einzelnen und die Konfrontation zwischen den Beteiligten rufen oftmals Widerstände hervor. Dieses wird aus der Notwendigkeit der Handlungen, aus dem Zusammenspiel zwischen den Elementen Wasser, Wind, Wetter, Schiff und den verschiedenen Menschen an Bord für Jeden einzelnen akzeptabel und direkt nachvollziehbar.
Es findet also kein „bequemes Reisen“ statt. Vielmehr ist die konsequente Beteiligung am Schiffsbetrieb (Seemannschaft) gefordert.
In diesem Sinne wird das Konzept auf traditionell betriebenen Schiffen umgesetzt.

Unterstützt und getragen werden diese Ziele durch Gemeinschaft, Geselligkeit, Begegnung, Bewegung, Herausforderung, Spaß, Naturerlebnis, Abenteuer und Spannung.
Menschen aus unterschiedlichsten Alters- und Berufsgruppen setzen hierbei, an den individuellen Fähigkeiten des Einzelnen orientiert, die Impulse, Ideen und Anregungen, direkt im Alltag an Bord um.
Über Kommunikation, Kooperation, Achtung, Vertrauen und Spaß hinaus gehend, können sich die Menschen in der Gruppe in ihrer sozialen Dimension erleben. Die daraus entstehende Eigendynamik der Gemeinschaft an Bord wird so für alle Beteiligten zu einem unmittelbar greifbaren, echten, prägenden und gestaltbaren Erlebnis.

Das Angebot auf einem Traditionssegler umfasst z.B.:
Segeltörns speziell zur Förderung der Tradition auf Segelschiffen durch die Vermittlung der alten überlieferten Techniken und Fähigkeiten der Seefahrt (Seemannschaft)
Klassenfahrten für Schulen
Segeltörns für Erwachsene und Jugendliche
Tagesfahrten bei (inter-)nationalen Hafenfesten
Spezielle Ausbildungstörns (Incentives) zur Personalentwicklung für Firmen.

Das Mitsegeln an Bord eines Traditionsseglers, das Fremde und Staunen, lässt Hand, Herz und Verstand miteinander in direkten Kontakt kommen und wirkt sich aktivierend und fördernd auf fast alle Menschen aus.

Vorerfahrungen sind nicht nötig, man sollte aber Spaß am Segeln mitbringen!
Geschlecht, Alter, Herkunft oder politische Gesinnung spielen eine untergeordnete Rolle, was zählt ist die Fähigkeit, sich auf Neues und Fremdes einzulassen, sich von der Begeisterung anstecken zu lassen und Widerstände zu überwinden.

Unter dem Namen Traditionsschiffe Eckernförde haben sich Traditions(Segel-)schiffe zusammen geschlossen um gemeinsame Interessen wahrzunehmen.

Ein Traditionsschiff wird u.a. betrieben, weil es glücklicherweise Idealisten gibt, die ein Interesse am Fortbestand des traditionellen Segelns (Traditionelle Seemannschaft) haben.

Es wird nicht davon ausgegangen, ausschließlich Museumsschiffe als Modell der traditionellen Seefahrt und Seemannschaft zur Verfügung stehen.

Es wird ebenfalls nicht davon ausgegangen, die Seemannschaft von A bis Z auf jedem Traditionsschiff durchführen zu können.

Wichtig erscheint die Möglichkeit, auf einem Traditionsschiff Erfahrungen machen zu können, die im täglichen Leben nicht erfahrbar sind.
Ein Traditionsschiff bewegt sich in einem Medium Wasser und bewegt sich durch ein Medium Wind und ist in seinen Eigenschaften abhängig vom Wetter.

Die Spannung und das Interesse an der Herausforderung bewegt die Mitsegler/innen, sich diesen Einflüssen bewusst auszusetzen.

Diese Situation lässt sich nicht simulieren.

Grundsätzlich ist die Herausforderung auf einem Traditionsschiff für einen Anfänger weit größer als für einen erfahrenen Mitsegler.

Die Möglichkeit, sich in den qualitativen Anforderungen der traditionellen Seemannschaft zu steigern, ist mit den unterschiedlichen Anforderungen auf den Traditionsschiffen gegeben.

Wir, die Traditionsschiffe Eckernförde wollen uns gemeinsam für die Sache der traditionellen Seefahrt einsetzen.
Dafür wollen und müssen wir auch werben.
Niemand aus unserem Kreis hat ein Interesse an bequemen Reiseangeboten.

Der Erhalt und Fahrbetrieb eines Traditionsseglers verlangt große Eigeninitiative mit viel Idealismus. Eine tragende Säule ist die ehrenamtliche Mitarbeit am Schiff aus Freundeskreisen und Segelinteressierten sowie Enthusiasten, die sich der „Traditionellen Seemannschaft“ verschrieben haben. Die Einnahmen eines Traditionssegler z.B. durch Mitsegler/innen, sind ein Kostenbeitrag, die dem Erhalt des Schiffes dienen. Anders wäre ein Betreiben eines Traditionsseglers nicht möglich.